WG-Suche in Berlin- schwieriger als man denkt
Ich habe gerade einen sehr amüsanten Artikel auf Zeit-online gelesen. Der Reporter, der ständig zwischen Hamburg und Berlin pendelt, möchte ein kleines, nettes, nicht allzu teures WG-Zimmer in Berlin und berichtet von seinen Erfahrungen bei seinen “Vorstellungsgesprächen” und von komischen bis zu fast unverschämten WG-Zimmer-Anzeigen.
Nachfolgend noch einige Auszüge:
“Doch bei den meisten Angeboten hatte ich das Gefühl, sie seien einfach zu seltsam, um ernst gemeint zu sein: So pries jemand ein schönes Durchgangszimmer an. Recht billig war es, und es hatte auch nur einen Haken: Die Tür dürfe der Bewohner nicht schließen, hieß es. Denn der Weg in die Küche und ins Bad führte die Mitbewohner direkt durch das Zimmer.”
“Bedingung für den Einzug in ein anderes Zimmer: Der Untermieter sollte eine Seniorin betreuen. Pflichtprogramm: ein täglicher Spaziergang, nicht unter einer Stunde.”
“Andere suchten wohl gar keinen Mitbewohner, sondern ganz offensichtlich Lebenspartner. Ein Sportstudent schrieb, für ihn komme nur jemand in Frage, der jeden Morgen mit ihm Joggen geht, jeden Nachmittag zum Schwimmen und abends Filme schaut. Das klang nach Sportinternat.”
“Wenn ich dann doch unter den Hunderten Offerten endlich eine scheinbar ideale WG gefunden hatte, dann war ich einer von Dutzenden Interessenten. Meist stöhnten die Vermieter bei meinem Anruf nur noch auf. “Ich habe schon 30 Anfragen, ich schaffe es nicht mehr”, klagte einer. Ein weiterer schrie mich an, er komme nicht mehr zum Arbeiten, weil ständig das Telefon klingele. Eine junge Frau jammerte, dass sie bereits für die nächsten 14 Tage Termine für Besichtigungen vergeben hätte.”
“In manchen Wohngemeinschaften war es verboten, Besuch zu bekommen. Unter den Bewerbern für kleine Wohnungen waren sehr viele Studenten. Sie alle konnten die Abkürzung WG nicht mehr hören, genau wie ich.”
“Dass Wohngemeinschaften bei Studenten immer unbeliebter werden, bestätigt das Studentenwerk Berlin. Dort heißt es: Die Nachfrage nach Einzelappartements steigt. Eine Studie ergab: Nur noch jeder vierte Student lebt in einer WG. Wie viele von ihnen zufrieden sind, weiß man nicht. Auch nicht, ob sie vorher eine Ausbildung zum Alten- oder Tierpfleger gemacht haben.”
Quelle: Zeit – online, Autor: Hauke Friederichs

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