Anwohner gegen “Lärm” in Berlin
Anscheinend ist das Lärmthema nicht nur innerhalb eines Hause (bei Kindergetrampel von oben und Bassgedröhne von nebenan) ein momentan sehr brisantes Thema. Ein Artikel der Berliner Morgenpost zeigt einige Beispiele von – teilweise absurden – Beschwerden und immer mehr Initiativen in Berlin auf. Das ist teilweise echt zum Kopfschütteln.
Ich finde, dass solche Veranstaltungen wie in der Zitadelle Spandau, Grillabende im Park oder andere kleine Feste zu Berlin und dem Großstadtfeeling gehören. In einer Stadt ist es nun einmal lauter und bunter als auf dem Land. Mir geht diese Beschwerdemanie gegen alles was lauter als Blätterrascheln ist gehörig auf den Keks!
Wenn es jemanden nicht gefällt, dann soll er halt umziehen. Es gibt ja genügend Ecken (auch in Berlin) die wirklich ruhig sind!
Schade ist es halt auch für die Veranstalter, die z.B. ab 22 Uhr Kopfhörer austeilen müssen (siehe Open-Air-Bühne am Rosa-Luxemburg-Platz)… ![]()
Da fragt man sich doch, ob die Leute keine echten Probleme haben?!

August 7th, 2009 at 10:23
Am Rosa-Luxemburg-Platz? Ich dachte die Prenzlberg wäre so tolerant… und beschwert sich dann über Lärm. Nee, nee, nee….
August 7th, 2009 at 10:48
Tja, die kommen sich eher tolerant vor – aber nur in ihren eigenen Grenzen….
August 7th, 2009 at 17:34
Übel daran finde ich, dass es sich bei den Klägern nicht um Menschen handelt, die zu Kaisers oder Adolfs Zeiten aufgewachsen sind – nein, es ist genau die Generation die als erste mit lauter Musik aufgewachsen ist und das gegen ihre Eltern durchgeboxt hat, die jetzt ihre Kinder und Enkel leise klagen will.
Gerne sind es auch Alt-68er wie dieser hier: http://bit.ly/Mix93 , die das Lied anstimmen.
Es gibt dazu auch ein sehr schönes Interview mit dem Stadtsoziologen Hartmut Häußermann in der Berliner Zeitung: “Wie Rechthaberei ein Großstadtgefühl zerstört” http://bit.ly/pgFhX
August 10th, 2009 at 10:56
@ B-like-Berlin:
Stimmt, sehr guter Artikel!
Vor allem folgende Passagen:
Denn in der Gesellschaft hat die Regelungsdichte und Regelungswut zugenommen. Heute wird ja auch viel schneller die Polizei gerufen, wenn es laut ist. Das gab es früher nicht. Gleichzeitig wohnen hier im Kiez viele Rechtsanwälte, Lehrer und andere Akademiker. Die kennen die Gesetze. Die lassen sich nicht alles gefallen. Das ist einerseits ihr gutes Recht. Andererseits führt es schnell zu einer Zerstörung von Urbanität durch Rechthaberei.
und:
Aber wer Privatheit und Ruhe für das Höchste hält, sollte nicht in einer Großstadt leben, schon gar nicht in einem In-Viertel. Wer nicht lernt, sich mit Unterschiedlichem zu arrangieren, auch mit Dingen, die er nicht mag, die er nicht kennt, der muss raus auf ein großes Grundstück. Ins Umland.
August 19th, 2009 at 16:30
Dass es in der Stadt lauter ist als auf dem Land ist eine Binsenweisheit. Nur daraus abzuleiten, man müsse sich in der Stadt deshalb alles gefallen lassen und jedes ‘Wochenende Partylärm oder illegale Knallerei tolerieren, das ist eine ganz andere Frage. Sicherlich gibt es viel Interesse seitens bestimmter Gruppen (junge Leute, Touristen) sich laut zu vergnügen. Aber es gibt in jeder Großstadt auch diejenigen, die dafür sorgen, dass der Müll wegkommt, die Kranken versorgt werden oder der Bus bewegt wird. Darüber muss man auch nachdenken. Denn die arbeitende Bevölkerung braucht Ruhephasen und Ruheräume. Wenn man sich noch niemals zu Hause erholen kann, dann stimmt etwas nicht. Also: ZuToleranz gehört auch, dass man das Ruhebedürfnis der Menschen respektiert und Rücksicht. nimmt.
August 21st, 2009 at 10:34
Hallo Volker,
danke für deine Antwort und willkommen auf meinem Blog!
Mit deiner Aussage hast du natürlich auch Recht.
Die Schwierigkeit liegt hier wohl darin, beide Interessengruppen zu verstehen und Freiräume zu geben.
Was ich allerdings nicht verstehen kann, ist wenn man plötzlich gegen die Waldbühne oder die Wuhlheide oder einen Kindergarten eine Klage einreicht. Wenn man sehr ruhebedürftig ist, sollte man VOR der Auswahl der Wohnung bereits daran denken und nicht hinterher sich darüber aufregen.
Auch bei den Veranstaltungen in Tempelhof verstehe ich die Aufregung nicht so ganz. Früher sind dort den ganzen Tag Flugzeuge gelandet und gestartet und heute wird sich über ein paar Veranstaltungen am Wochenende aufgeregt.
Auch wenn ich das Ruhebedürfnis verstehe, habe ich trotzdem gerade so das Gefühl, dass wir in Berlin gerade so eine Über-Aufregung erleben. Und da bleibe ich bei der Meinung, dass man eben in einer Großstadt lebt und es dort tendenziell eben etwas lauter ist. Alternativ kann man ja auch in ruhige Bezirke wie Spandau, Buckow oder Treptow ziehen und dort eine ruhige Ecke zum entspannten Wohnen finden.
August 21st, 2009 at 10:34
PS: Und entschuldige, dass das Kommentar erst jetzt online ist. Das ist irrtümlich im Spam-Filter gelandet und ich habe das erst jetzt entdeckt.