Ruhe – Wenn Kindergeschrei und Bass miteinander konkurrieren
Am Freitag saßen wir auf unserem schönen Balkon im 4. Stock, haben den Ausblick auf den Fernsehturm und ein nettes Glas Wein genossen, dazu schöne Musik – alles sieht nach einen perfekten Ausklang der Woche aus. Bis es klingelt und die Nachbarn von oben drüber im Flur stehen und darum bitten, dass die Musik leiser gemacht wird – “der Bass drückt ganz schön.” (Dazu muss man sagen, dass es kurz nach 21 Uhr und die Musik nicht allzu laut war und sie über unserer Küche (wo das Radio stand) ihre große Wohnküche haben. Ihr Schlaf- und auch das Kinderzimmer sind weit weg auf der anderen Seite des Hauses.)
Aha.
Ein Glück ist mein Freund an die Tür gegangen, ich dagegen hätte sonst wahrscheinlich in einem nicht so netten Ton auch mal zur Sprache gebracht, dass mir das Bummern von ihrem Kleinkind früh am Morgen direkt über unserem Schlafzimmer auch nicht gefällt, sie es aber bestimmt auch nicht im Bett festhalten wollen, oder?!
Aber so ist das eben, die Obermieter sitzen (vor allem mit Kleinkind) irgendwie immer am längeren Hebel.
Daher war es wahrscheinlich gut, dass ich nicht an der Tür stand – sonst wäre das mal eben schnell eskaliert.
Diese Episode hat mir mal wieder verdeutlicht, dass der Frieden zwischen Nachbarn doch meist nur ein trügerischer, vorübergehender Zustand ist. Und wehe dem der das Fass zum Überlaufen bringt!
Und einen echten Nachbarschaftsstreit will keiner haben – auch nicht wegen morgendlicher und kindlicher Ruhestörung.
Ich jedenfalls nehme mir für meine nächste Wohnung vor, wieder ganz nach oben zu ziehen – wo keiner auf meinen Nerven rumtrampeln kann – und natürlich: Mit Fahrstuhl!

Juli 27th, 2009 at 21:16
Oha… ätzend. Da bin ich doch irgendwie froh, noch zu Hause auf dem Land im eigenen Haus zu wohnen. Hier störe ich höchstens den Rest meiner Familie, aber da nimmt eigentlich jeder Rücksicht auf jeden.
Juli 27th, 2009 at 21:43
Du hast es gut!
Ich konnte mir eigentl. nicht vorstellen, später mal ein Haus zu haben – aber in solchen Situationen kommt mir das wie das Paradies vor.
Außerdem zieht man da nicht mehr so oft um!
Juli 27th, 2009 at 21:56
Oh ja, in meiner nächsten Wohnung wünsch ich mir auch nur Nachbarn, die genauso ticken wie ich…. Kenne das Problem auch. Kanns aber nicht verstehen. Schon gar nicht um Neun.
Kinder, wir haben Sommer… in der tollsten Stadt der Welt. Da wird man wohl mal draußen sitzen dürfen;)
Juli 28th, 2009 at 09:50
@ Hauptstädterin: Genau!
Finde auch: Wer Kinder hat, sollte sich bei den Nachbarn nicht allzu kleinlich haben!
August 2nd, 2009 at 22:34
Wobei ich mich wirklich frage, was manche Nachbarn sich so denken bei dem Krach, den sie machen. Mein Nachbar z.B. dreht zwar schon um 17 Uhr den Fernseher so laut, dass ich meinen eigentlich gar nicht mehr anmachen muss, ab 23 Uhr gehts dann aber richtig los. Er schiebt seine Möbel durch die ganze Wohnung und versucht durch Hüpfen und Stampfen meine Decke zum Einsturz zu bringen… Was er da wirklich macht weiß ich natürlich nicht, aber so hört es sich jedenfalls an.
Nachdem ich nun gehofft hatte, das Problem irgendwie lösen zu können und ich leider feststellen musste, dass weder mein Nachbar noch die Hausverwaltung an einer Lösung interessiert sind, suche ich mir jetzt eine neue Wohnung. Sonst artet das irgendwann noch in handfesteren Konflikten aus. Ich bin durch den Schlafmangel und den permanenten Krach eh schon auf 180…
August 4th, 2009 at 10:06
@ Peer: Oh Mann! Hört sich schrecklich an. Was hat den dein Nachbar zu der Lärmbelästigung nach 23 Uhr gesagt? Macht er da Sport???
Ich bin ja jemand, der früh schlafen geht und mich würde so etwas ja auch zur Weißglut bringen! Denn: Schlaf ist mir heilig!
Nachbarn sollten generell mehr Rücksicht aufeinander nehmen. Wer das nicht kann, sollte sich eben doch überlegen raus aufs Land zu ziehen! Da kann er dann Möbelrücken so lange er will und Musik hören so laut er will!
August 4th, 2009 at 10:23
[...] wir gerade beim Thema Lärm in der Nachbarschaft und Ruhestörung durch rücksichtslose Nachbarn und lautes Kindergetrampel und -geschrei sind: Habt ihr euch auch [...]
August 4th, 2009 at 11:53
Da hat er leider gar nichts zu gesagt, Anni. Ich habe auch die Vermutung, dass er vielleicht einfach billiges Laminat verlegt hat und deswegen alles so laut in meiner Wohnung ankommt. Aber wenn sowohl Nachbar als auch Hausverwaltung auf stur schalten, dann zieh ich eben am Ende lieber aus. Ein Freund von mir hat gerade Ähnliches erlebt. Nach fast 2 Jahren Streit ist er einfach umgezogen und kann sich jetzt entspannen. Einen Krieg um die Wohnung werd ich hier nicht führen, das ist mir zu blöd.
Etwas mehr Rücksicht wäre sicher angebracht, aber wie so oft kommen eben auch ein Nachbar mit Rücksichtslosigkeit weiter. Er kann machen, was er will und die gestörten Nachbarn müssen leiden oder umziehen, weil sich niemand dafür zuständig fühlt. So ist es zumindest hier.
August 4th, 2009 at 20:36
@ Peer: Mir ging es auch schon so. Leider…
Die Obermieterin ist frühs um 6 – 7:30 Uhr die ganze Zeit durch ihr Schlafzimmer gelaufen und ich weiß nicht warum und wozu. Und Nachts um 23 Uhr hat sie extrem gerne staubgesaugt… Und die Wohnung war so hellhörig, dass ich es sogar gehört habe, wenn sie normal mit jemand telefoniert hat.
Liegt viel glaube ich daran, dass die Vermieter nicht ordentlich sanieren. Gerade mit diesem ganzen Laminat: Sieht toll aus, ist aber extrem hellhörig.
Vielleicht sollten wir uns alle ein Haus aufm Lande kaufen – obwohl man sich dann wahrscheinlich mit dem Nachbarn um die Zaungrenze streiten muss…
August 4th, 2009 at 20:52
Die Land-Alternative gefällt mir überhaupt nicht
Besser wär vielleicht einfach eine Mietergemeinschaft, in der sich die Mieter kennen und keine so große Fluktuation herrscht. Wenn es eine Art Gemeinschaftsgefühl gibt, dann ist sicher auch die Rücksichtnahme größer… Aber in Wohnungen für (relativ) kleines Budget lässt sich das sicher nicht machen. Nach meinem Studium werde ich hier ja auch nicht mehr wohnen (wollen/müssen)…
August 5th, 2009 at 13:51
@ Peer: Stimmt, eine Freundin von mir wohnt im Prenzlberg in so einer Art Hausgemeinschaft, die sich hauptsächlich schon seit Anfang der 90er Jahre kennen und dort zusammen wohnen. Dort ist auch mehr Rücksicht und Toleranz zu spüren.
Aber so etwas ist glaube ich echt selten zu finden und muss sich halt entwickeln. Ich habe mir übrigens gute Oropacks bestellt, die besonders gegen dumpfe Töne gut helfen. Wenn du magst kann ich dir den Link dazu schicken.
Grüße,
Annie
August 6th, 2009 at 19:29
Danke für das Angebot, aber sowas hab ich auch schon hier rumliegen. Zumindest fürs Schlafen nehm ich die eigentlich schon regelmäßig. Hilft leider auch nicht immer und im Laufe der Nacht wirds auch einfach unangenehm im Ohr, auch wenn sie schon deutlich bequemer als die 3€-Ohropax aus der Drogerie sind.
Außerdem: anstatt mir selbst die Ohren zu versperren wäre es viel effektiver meinen Nachbarn einfach ruhig zu stellen. Wenn mir da doch nur was einfallen würde…
August 6th, 2009 at 20:37
Hmh, vielleicht solltest du ihm eine Flasche Wodka vor die Tür stellen! Dann hast du vielleicht wenigstens eine Tage Ruhe…
August 7th, 2009 at 10:21
Ich find die Idee auch schön, dass sich alle Nachbarn kennen. Ich weiss nur nicht, ob das auch in der Praxis so umzusetzen ist.Bei mir waren in meinen zig Wohnungen immer welche dabei, die ich nicht gemocht hab….
Zum Thema Oropax, damit schlafen – no way. Aber vielleicht ist das Gewöhnungssache. Dann schon lieber Wodka.
August 7th, 2009 at 10:32
@ Hauptstädterin: Ist tatsächlich gewöhnungssache mit den Oropax – leider aber auch so sehr, dass man selbst bei Ruhe nicht mehr ohne kann.